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Andrea Köhler, NZZ
Erst der Abschied bringt uns auf den Weg
«Wie die Autorin uns in einen Kokon hineinzieht und die Räume auf die inneren Dimensionen hin öffnet, wie sie die existenzielle Durchsichtigkeit im Vorraum des Todes, «die elfenbeinerne Zeit» und den brutalen Kampf des Sterbens beschreibt – das ist ein Balanceakt von grossem stilistischem Takt. ……..Und so fühlt man sich von der behutsamen Klarheit dieser Chronik eines Verschwindens seltsam getragen. Die nüchtern-melancholische Grundmelodie ihrer Sätze begleitet ein Wispern, das sich ins Herz des Lesers gräbt. »Pass auf» flüstert es, «dies ist Dein einziges Leben, versäume es nicht.»»

Brigitte Neumann, Ö 1 Ex Libris
Abschied von der Mutter
«Brezniks Stil ist fein, vorsichtig, diskret, aber an keiner Stelle ausweichend. Ihr Bericht scheint wie von feinen Lufteinschlüssen durchzogen, die dem Leser Raum für den Dialog mit eigenen Gefühlen lassen. Es gibt viele Bücher über das Sterben, aber dieses kann etwas, das grosse Literatur auszeichnet: es wandelt etwas Unerträgliches wie den Tod um in etwas, was wir gut aushalten können, in wärmende Trauer.»

Wolfgang Paterno, Profil

Atem ziehen
««Nachtdienst», die Erzählung über die trostlose Existenz und den qualvollen Tod des Vaters, ragt gemeinsam mit «Das Umstellformat», der Geschichte von Brezniks Grossmutter, die im Nationalsozialismus der «Euthanasie» zum Opfer fiel, und nun auch «Mutter.» als kleiner Monolith aus der hiesigen Prosalandschaft. Ein Texttriptychon das vom Leben und vom Sterben erzählt. In «Nachtdienst», «Das Umstellformat» und «Mutter.» kondensiert sich soviel über Dunkelösterreich und die Schreckenskammern des Familiären, dass man diesen Büchern möglichst viele Leserinnen und Leser wünscht.»

Sebastian Fasthuber, Falter
Komm wir gehen heim sterben
«Breznik ist eine Meisterin solcher Sätze, die beiläufig wirken und dabei in hochkonzentrierter Form ein ganzes Familienportrait zeichnen.»

Felix Münger, SRF
52 Beste Bücher
«Die Autorin meistert die schwere Kost ihres Buches literarisch souverän…..Melitta Brezniks Roman liefert keinen billigen Trost und schon gar keine Rezepte, wie dem Tod am besten zu begegnen ist. Aber es macht Mut, sich der Frage zu stellen, wie man sich denn selbst zum Sterben verhalten möchte.»

Alexander Kluy, Der Standard
Das Leben der Mütter
«Breznik findet eine an keiner Stelle zwanghaft künstliche, jedoch ganz ruhige, fast asketische Sprache, ohne aufgesetzte Lichter, falsche Ornamentik oder hohes Pathos für die Situation des Begleitens ins Sterben, in den Tod.»

Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung
Der Tod duldet nichts neben sich
«Vor allem gelingt diesem Buch aber eines: es verändert die Zeit. «Der Tod braucht Zeit, er duldet nichts anderes neben sich.» Die Zeit des Sterbens ist eine andere als die Zeit des Lebens, und diese «Eigenzeit» des Todes spürbar werden zu lassen, ist das grosse Kunststück dieses Buches.»

Erkan Osmanovic, Literaturhaus Wien
Nichts darüber hinaus
«Das Buch präsentiert uns weder eine Abrechnung noch eine Heiligsprechung der Mutter, es zeigt uns das Leben in all seinen Facetten. Ja, Breznik bannt auch Hass, Schuld und Vergebung aufs Papier. Doch Mutter erzählt, in lakonischem Ton und präzise, nicht so sehr vom Sterben, sondern vom Lieben.»

Marzin Krumbholz, Deutschlandfunk
Berührendes Portrait einer Sterbenden
«Das Aus-der-Welt-Gleiten der alten Frau, schreibt Melitta Breznik, sei manchmal eher ein Zerren, Winseln und Toben, das dann doch immer wieder in ein Schweben, Fliegen und Träumen umzuschlagen scheine. Diese gegensätzlichen Affekte hat die Autorin in ihrem Buch wunderbar eingefangen.»

Anna Wegelin, Luzerner Tagblatt
Protokoll des Zerfalls
«Die schnörkellosen Aufzeichnungen handeln von schwerwiegenden Themen: Zerfall und Würde, Verlust und Erinnerung, Distanz und Nähe, aber auch Güte und Geborgenheit. Sexualität und Identität sowie Freundschaft – und Wut und Versöhnung.»

Peter Mohr, Straubinger Tagblatt
Nur die Hand halten
««Mutter.» ist ein Buch des Innehaltens, ein langsames, besinnliches Stück Prosa über den Tod, voll mit psychischem und physischem Leid, aber auch ein schmales Brevier des Trostes.»

Valeria Heintges, NZZ am Sonntag
Leise Abschied nehmen
«In diesem Bericht vom Sterben eines geliebten Menschen lässt die Klarheit der Sprache nur umso deutlicher den Schmerz und die Anspannung spüren.»

Literaturclub SRF
Nicola Steiner, Moderatorin Literaturclub
»Ein Buch für Menschen, die sich mit dem Abschiednehmen, dem Sterben beschäftigen.«

Martin Ebel, Literaturkritiker
»Da ist unheimlich viel Emotion im Untergrund, aber im Stil glasklar bewältigt. Und das ist unglaublich stark, das ist ganz, ganz eindrucksvoll.«

Oliver Schnyder, Pianist
«Eine Meisterin von Worten und Sätzen, die von sanfter Melancholie durchzogen sind, auch von stiller Traurigkeit….
Es ist in dieser Runde das wichtigste Buch.»

Beate Tröger Republik
Der Titel von Melitta Brezniks Buch könnte nicht treffender gewählt sein: «Mutter.» Lies: «Mutter, Punkt». Kürzer lässt sich nicht auf eine Formel bringen, was Breznik hier in eindringlicher Prosa unternimmt: das Leben der eigenen Mutter bis zu dessen Ende zu begleiten. Und doch griffe es zu kurz, verstünde man diesen Titel allein vom Ende her.
Gerade weil Melitta Breznik sich auf Nüchternheit und präzise Beobachtung verpflichtet, gelingt es dieser «Chronik», die Leserin doch an eine Erfahrung heranzuführen, die mit Worten nie ganz zu erreichen ist: den «schleichenden Verlust des prallen Lebens, auf den man nicht vorbereitet sein kann, weil alles, was darüber erzählt wird, nicht aus dem eigenen Erleben kommt».

Giuliano Castigliego, ilsole24ore
Madre
«Nella descrizione degli oggetti sul tavolo, delle immagini del calendario, della musica che le due donne ascoltano si fondono inestricabilmente gli stadi del decorso verso la morte, le fasi del congedo, i ricordi della vita personale e familiare. In immagini precise come quelle di una risonanza magnetica e dense di emozioni filtrate dalla riflessione interiore, Melitta Breznik descrive „la strisciante perdita della vita piena alla quale non ci si può preparare“, le progressive trasformazioni di un corpo che va incontro alla morte, gli istanti di un congedo che è anche condivisione di vita. Dal momento in cui la figlia ha pronunciato per la prima volta „mamma“ all‘ultima in cui lo dice per congedarsi da lei.«